Infos aus der Region von Bad Blankenburg


24.10.2012

Besonders starker Rückgang der Gästezahlen in Bad Blankenburg

aus der OTZ vom 24.10.2012

Ein Viertel weniger Besucher in zehn Jahren: Ein Blick auf die Übernachtungsstatistik von 2002 und 2012 macht das Dilemma im Tourismus der Region Saalfeld-Rudolstadt deutlich. Bad Blankenburg verliert am deutlichsten.

Ein Viertel weniger seit 2002: Gästezahl in Saalfeld-Rudolstadt rückläufig Das Freizeitbad Saalemaxx in Rudolstadt gibt es seit gut zehn Jahren. Dennoch ging die Zahl der Touristen im Landkreis seitdem deutlich zurück. Foto: Peter Scholz Das Freizeitbad Saalemaxx in Rudolstadt gibt es seit gut zehn Jahren. Dennoch ging die Zahl der Touristen im Landkreis seitdem deutlich zurück. Foto: Peter Scholz Ein Viertel weniger Besucher in zehn Jahren: Ein Blick auf die Übernachtungsstatistik von 2002 und 2012 macht das Dilemma im Tourismus der Region Saalfeld-Rudolstadt deutlich. Bad Blankenburg verliert am deutlichsten. Saalfeld/Rudolstadt. Man spürt es im Ortsbild, die touristischen Einrichtungen im Landkreis an der Zahl der Besucher: Es kommen weniger Leute in die Region. Wie dramatisch der Rückgang tatsächlich ist, macht erst ein Blick auf das Jahr 2002 deutlich. Vor allem im Sommer hat der Landkreis offenbar an Attraktivität verloren. Beträgt der Rückgang bei den Übernachtungen im Zehn-Jahres-Vergleich im Januar nur etwa 2000, so sind es im Juli satte 17 000 Übernachtungen weniger. Statt 70 000 im Juli 2002 wurden in diesem Jahr noch 53 000 gezählt - ein Rückgang um rund ein Viertel. Geschuldet ist dies zum einen der Tatsache, dass absolut weniger Urlauber den Landkreis besuchen, aber auch die, die kommen, bleiben kürzer. So verringerte sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer innerhalb der Dekade von 3,8 auf 2,8 Tage. So zumindest weist es das Thüringer Landesamt für Statistik aus, das für seine Berechnungen die Daten von Herbergsbetrieben mit acht und mehr Betten erfasst. Dabei gibt es durchaus regionale Unterschiede. Den größten Verlust an Übernachtungen hat Bad Blankenburg zu verzeichnen. In der Kurstadt - im Juli 2002 mit 14 600 Übernachtungen noch der Primus im Kreisgebiet - hat sich die Zahl halbiert. Ein Grund ist sicherlich, dass Kapazitäten weggebrochen sind. Das Hotel "Am Goldberg" beispielsweise gibt es nicht mehr. Saalfeld hat in dem Zeitraum 2500 Übernachtungen weniger, Sitzendorf 4000, am Hohenwartestausee sind es rund 1000, in Schwarzburg 700. Den einzigen nennenswerten Zuwachs verzeichnet Rudolstadt, das die Zahl der Übernachtungen im Juli von knapp 2000 auf mehr als 7000 steigern konnte. In diese Richtung geht auch der Thüringentrend. Landesweit ging die Aufenthaltsdauer zwar auch von 3,5 auf 2,8 Tage zurück, die Zahl der Übernachtungen konnte aber binnen zehn Jahren von 813 000 auf 924 000 gesteigert werden.
Thomas Spanier / 24.10.12 / OTZ
Ende des OTZ Artikels

Anmerkung dazu:
Im Jahre 2002 gab es in Bad Blankenburg noch einen Fremdenverkehrsverein der jährlich mit ca. 14.000 € durch den städtischen Haushalt unterstützt wurde. Dieser löste sich im Jahre 2010 auf, da seine Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben war. Bürgermeister Persike verhinderte damals eine Erhöhung des städtischen Beitrages und forcierte die Übernahme der touristische Organisation in die "städtische Obhut". Danach erhöhte sich der jährliche Zuschuss auf 50.000 €.
Ergebnis?: siehe oben!
Wäre es nicht besser gewesen, den Fremdenverkehrsverein besser zu unterstützen?

Statistkdaten siehe:


 

13.04.2010

Jahresempfang der CDU- Bad Blankenburg

Wir danken den über 100 Teilnehmern, die unserer Einladung zu Information und Gespräch gefolgt sind. Besonderer Dank gebührt Herrn Innenminister Prof. Huber aus Erfurt und Herrn Bürgermeister Sattler aus unserer Partnerstadt Hofgeismar für ihre Teilnahme und ihre Redebeiträge.

Die Ausführungen unseres Innenministers zu Kommunalfinanzen und der Entwicklung starker Kommunen in Thüringen waren durchaus geeignet den kommunalen Vertretern Mut zu machen und sie anzuspornen sich für ihren Bereich klare Ziele zu setzen und Visionen zu entwickeln.

Bürgermeister Sattler trug in sehr emotionaler Art und Weise seine Erinnerung an die Wende und die darauf folgenden Jahre der Zusammenarbeit zwischen Hofgeismar und Bad Blankenburg vor und mahnte die Bad Blankenburger Bürger an, nicht zu vergessen wie die Lebensverhältnisse vor 1990 waren und welch gewaltige Entwicklung seither in Bad Blankenburg vonstatten ging.

Das Hauptanliegen von Altbürgermeister Pabst war es in seinem Redebeitrag darzustellen, daß die heute oftmals kritisierten Schulden der Stadt notwendig waren um große Summen öffentlicher Fördermittel zu aktivieren und diese dann in die Verbesserung der örtlichen Infrastruktur zu investieren.

Herr Schubert als CDU Fraktionsvorsitzen im Stadtrat brachte in seinen Ausführungen die "Freude" über nicht unbedingt notwendige Investitionen der Stadt (neue Bushaltestelle und Treppenüberdachung) zum Ausdruck und mahnte stattdessen Investitionen und Visionen für die Zukunft einer erfolgreichen Stadtentwicklung an.

 

10.04.2010

Altkleidersammlung zugunsten der Pfadfinder in der ehemaligen Jugendherberge

Wir danken allen Bad Blankenburger Bürgern die sich mit einer Kleiderspende an unserer Aktion beteiligt haben.

Bei der nunmehr 3. Sammlung dieser Art können wir unser bisher bestes Ergebnis erreichen.

800,-€ gehen an die Pfadfinder

in der ehemaligen Jugendherberge Bad Blankenburg

In diesem Jahr werden die Pfadfinder  ihren 20-jährigen Gründungstag begehen.  Der Verband der Pfadfinder führt eine hervorragende Kinder-, Jugend- und Familienarbeit durch. Rund 50 Kinder und Jugendliche erfahren so eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Seit 2008 ist die Pfadfindergruppe in der ehemaligen Jugendherberge von Bad Blankenburg ansässig. Mit Hilfe der Geldspende sollen die Inhaltliche Arbeit sowie die Rahmenbedingungen der Pfadfinder unterstützt werden. 

 

15.03.2010

Arbeiten am Chrysopraswehr

Im Zusammenhang mit dem Bau der Talsperre Leibis wurden sogenannte Ausgleichsmaßnahmen festgelegt. Dazu gehört auch die Passierbarmachung der Wehre für Mikroorganismen. An der Stadthalle erfolgte dies bereits. In diesem soll es auch am Chrysopras beginnen. Bauherr ist der Freistaat Thüringen. Auf Drängen unseres Stadtrates wird eine Variante realisiert, die den Bestand des historischen Wehres sichert. Deshalb wird ein Kanal gebaut der diesen Organismen/ Kleinlebewesen erlaubt das Wehr flussaufwärts zu überwinden. Zurzeit laufen dazu die Vorbereitungsarbeiten. Der Baubeginn ist voraussichtlich Mai – Juni 2010.

Bereits erfolgte Baumfällarbeiten am Wehr

 

 


 

16.07.2009

Ausstellungen in der Stadthalle

Am Sonnabend, dem 11.07.2009 wurden um 10:00 Uhr die Ausstellungen

  • "Damals in der DDR. 20 Geschichten aus 40 Jahren"   und
  • "Bereits Gras über der deutsch-deutschen Grenze?"

eröffnet. Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister, Herrn Frank Persike, hielt Herr Bernd Zeuner, alter und neuer Vorsitzender unseres Kreistages, die Ansprache zu den Ausstellungen. Für alle Bürger, die an der Eröffnung nicht teilnehmen konnten hier die Rede zum Nachlesen:

   

 

 

 

 

 

Herr Bernd Zeuner zur Eröffnung der "Doppelausstellung 40 Jahre DDR" und         "Grenze durch Deutschland" am 11.07.2009 in der Stadthalle Bad Blankenburg.

 

Anrede

ich freue mich über die Gelegenheit, anlässlich der Eröffnung der beiden Ausstellungen hier in der Stadthalle ein paar Anmerkungen dazu machen zu können.

An Biertischen und in Leserbriefen wird ja gerne in diesen Zusammenhängen diskutiert – meistens nicht sachgerecht und oft sehr aufgeregt. Lassen Sie mich zwei Steine des Anstoßes aus solchen Diskussionen herausgreifen, die 20 Jahre nach 1989 die Gemüter erregen:

Da gibt es diejenigen, die keine Vergangenheit haben wollen. Egal, ob sie einen Schlussstrich ziehen wollen unter alle Aufarbeitung oder ob sie mit „Schwamm drüber" alles Gewesene vergessen wollen - sie werden damit dem Charakter der Menschen und den Notwendigkeiten einer Sozialgemeinschaft nicht gerecht.

Eines der anthropologischen Grundmuster des Menschen ist seine Beurteilungssucht. Wir nehmen keine Information neutral entgegen, sondern belegen alle mit einer Wertung. Schon in unserem Kleinkindalter unterscheiden wir zwischen „gut" und „böse", und je mehr Bildung wir uns aneignen, desto komplizierter wird unser Bewertungssystem. Aber jedem Fakt, der uns begegnet, drücken wir einen Stempel auf. Und nur widerstrebend sind wir bereit, solche ersten Urteile zu revidieren.

Eine andere Eigenart der Menschen besteht darin, dass sie Unangenehmes verdrängen. In der Erinnerung stellt sich alles viel positiver dar. Schon immer waren früher die goldenen Zeiten. Und die Lebensphasen, in denen man erfolgreich wirken konnte, faktisch oder moralisch in Frage zu stellen, widerstrebt unserem Selbstbehauptungsanspruch. Auch deshalb sollte man sich immer wieder mal auf den Boden der Tatsachen holen lassen.

Auch kulturell können wir Menschen nicht als geschichtslose Wesen existieren. Jeder Stein und jedes Geschöpf hat seine Geschichte. Wer also Beziehungen – gleich welcher Art – pflegen will, muss sich dieser Geschichtlichkeit bewusst sein. Und ich kann diese Beziehungen nur korrekt gestalten, wenn auch mein Geschichtsbild korrekt ist. Die menschliche Sozialgemeinschaft lebt im Wirkungsmechanismus einer Kultur, die aus einem Übereinkommen zu Fragen von Sinn, Werten und Normen besteht. Wird dieses Übereinkommen gekündigt, bricht die Sozialgemeinschaft auseinander. Daher müssen wir immer wieder über unsere Kultur verhandeln, wenn wir einer Zukunft gewiss sein wollen.

Alles Leben ist Bewegung, jeder Mensch ist unterwegs. Und da muss ich wissen, woher ich komme, damit ich meine Kräfte im Jetzt so einsetzen kann, dass ich meinem Ziel zustrebe. Und genauso muss ich wissen, wo der andere herkommt, wenn ich Synergien erzeugen und nutzen will.

Wem das alles egal ist, weil ihn nur Spaß oder Selbstverwirklichung umtreiben, wird zum Außenseiter und höchstens zu einer historischen Randnotiz, wie es beispielsweise die Hippie-Bewegung geworden ist.

Jüngste Geschichte wird vor allem durch Erzählungen überliefert. Sie bestehen aus subjektiv ausgewählten Fakten und sind emotional angereichert. Die älteste Geschichte spiegelt sich in archäologischen Fundstücken wieder. Aber die hier und heute zu eröffnende Form der historischen Ausstellung kann jedem historischen Abschnitt gerecht werden und ist insofern die wichtigste Methode der öffentlichkeitswirksamen Verbreitung von historischen Einsichten. Natürlich stehen subjektiven Interpretationen in allen Fällen Tür und Tor offen. Dabei kann man Fehler machen. Das ist verzeihlich. Wenn aber jemand Fakten nicht zur Kenntnis nehmen will und Vorurteile für Tatsachen erklärt, dann wird er sich den Vorwurf der Geschichtsfälschung zu Recht zuziehen.

Also: Weil ein Schlussstrich gar nicht möglich ist und weil „Schwamm drüber" unanständig ist, sollten viele - oder besser alle - solche historischen Ausstellungen besuchen, um sich nicht selbst hinters Licht zu führen und um für Diskussionen faktisch und argumentativ gerüstet zu sein.

Der zweite Streitpunkt, den ich ansprechen will, ist der Begriff des „Unrechtsstaates DDR". Natürlich ist das ein Begriff aus dem Kalten Krieg. Warum darum im Jahre 2009 heftige Auseinandersetzungen geführt werden, ist eigentlich gar nicht zu verstehen.

Die Bundesrepublik Deutschland ist gemäß Art. 20(3) des Grundgesetzes und der darauf bezogenen höchstrichterlichen Entscheidungen ein Rechtsstaat. Die DDR war das nicht und wollte es auch nicht sein. Jeder Schüler und jeder Student hat im Bildungssystem der DDR gelernt, dass dieser Staat eine Diktatur des Proletariats sei. Einen Anspruch, einen Rechtsstaat zu vertreten, erhoben die führenden Genossen nie. Um so mehr wundert man sich über die Mediengefechte mancher DDR-Nostalgiker in dieser Frage. Nicht wundern sollte man sich, wenn Stimmenfänger in Wahlkampfzeiten glauben, mit Anbiederungen Erfolge einfahren zu können.

Dem Rechtsstaat werden allgemein vier Indikatoren abverlangt: Der Staat darf nur auf der Grundlage von Gesetzen handeln. Alle wesentlichen Umgangsformen müssen gesetzlich geregelt sein. Das Gewaltmonopol liegt bei den gesetzlich dafür legitimierten Staatsorganen. Und der Staat muss sein Handeln richterlich prüfen lassen. Davon findet sich nur das Gewaltmonopol im Staatshandeln der DDR wieder. Anstelle des Vorrangs der Gesetze haben Sie vielleicht auch noch die Sprachregelung im Ohr „Auf Beschluss des Zentralkomitees des Politbüros der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands..." Gesetze waren dem gegenüber nachrangig. Und eine juristische Überprüfung des Staatshandelns war in der DDR überhaupt nicht möglich. Die Verwaltungsgerichte waren sehr früh abgeschafft worden. Man brauchte sie auch nicht, wenn der Staat von einer Partei geführt wurde, die immer recht hatte.

Die einzige Abwehrmöglichkeit gegen staatliches Handeln war das Eingabe-Verfahren. Das lag aber außerhalb der juristischen Kompetenzen.

Bei den erwähnten Auseinandersetzungen geht es häufig darum, ob es in der DDR Gerechtigkeit gab oder nicht. Das hat aber mit einem Rechtsstaat überhaupt nichts zu tun. Denn der Rechtsstaat sorgt nur für Rechtmäßigkeit. Inwieweit diese der Gerechtigkeit entspricht, liegt an der Qualität der Rechtsnormen und an der kulturellen Verankerung der Menschen im System von Werten und Normen. Insofern wird man Gerechtigkeiten und auch Ungerechtigkeiten in jedem Rechtsstaat und auch in jedem totalitärem System nachweisen können.

Wie schon am Anfang dargestellt, hat die jüngste Geschichte immer eine persönliche Dimension, wird also subjektiv erlebt. Insofern haben unterschiedliche DDR-Biographien auch unterschiedliche DDR-Geschichtsbilder erzeugt. Das ist normal, und das ist korrekt. Solange niemand den Anspruch erhebt, allein sein Geschichtsbild sei das richtige, und solange niemand die Wahrheit verbiegt und Geschichte klittert, kann die Gesellschaft damit leben.

Eine Objektivierung des Geschichtsbildes braucht Zeit. Da müssen persönliche und emotionale Erlebnisse verblassen. Wer in unterschiedlichen Systemen gewirkt hat, wird in der Regel nicht objektiv urteilen können. Die wenigsten können aus sich heraustreten und ihre Position souverän einschätzen. Insofern denke ich, erst wenn der Geburtsjahrgang 1977 die Großelterngeneration prägt, dann sind die Historiker gefordert, an einem objektiven Geschichtsbild über die DDR zu arbeiten.

Bis dahin muss man Fakten sammeln, Fälschungen als solche entlarven und die subjektive Wertung von Geschichte tolerieren. Die Etikettierung von historischen Erscheinungen sollten wir in aller Gelassenheit der Nachwelt überlassen.

Aber der Geschichte muss ich mich stellen und mich mit ihr auseinandersetzen – als Person, in meinen Kommunikationszirkeln, im Umgang mit den Medien, als Akteur und als Adressat im Bildungsprozess und auch als Vertreter von Körperschaften des öffentlichen oder des privaten Rechts.

In einem seiner gereimten Epigramme sagt Erich Kästner dazu:

Die Erinnerung ist eine mysteriöse Macht und bildet den Menschen um:

Wer das, was gut war, vergisst, wird böse.

Wer das, was schlecht war, vergisst, wird dumm.

Da wir weder böse noch dumme Menschen um uns herum haben wollen, sollen wir also das Erinnern pflegen. Animieren Sie daher bitte Junge und Alte in Ihrem Einflussbereich, sich der jüngsten Geschichte zu stellen. Und nutzen Sie dazu die Chancen, die die beiden Ausstellungen hier in der Stadthalle in den Wochen bis zum 13. September bieten.

Die Ausstellung auf der Empore an der Schwarzaseite hat eine ungewöhnliche Konzeption: Die DDR wird in 20 sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten dargestellt. Das geht vom Nationalpreisträger bis zum Inhaftierten. Die dokumentierten Persönlichkeiten sind in fünf verschiedenen Jahrzehnten geboren. Zu jeder Person finden Sie eine biographische Mappe, in der Sie blättern können, um diesen Menschen in jeweils seiner DDR kennenzulernen. Dem zugeordnet sind an den Schauwänden historische Sachzeugen. Nur auf einer kleinen weißen Tafel finden Sie dabei immer eine historische Bewertung. Das fordert zu Diskussionen und Stellungnahmen heraus.

Auch ich fühle mich dazu provoziert. Nun will ich den 20 Geschichten keine Einundzwanzigste hinzufügen. Ich will aber doch ein paar persönliche Eindrücke anfügen. Meinem Alter kann ich zuschreiben, dass ich die 40 Jahre DDR bewusst durchlebt habe, die ersten 13 sieben Kilometer südlich von hier in Braunsdorf, die letzten 17 in Rudolstadt. Dazwischen war ich 10 Jahre in Leipzig, Staßfurt und Schmiedefeld.

Ich gehöre zum ersten Jahrgang, der nach der Gründung der DDR eingeschult wurde. Stalin war allgegenwärtig. Ihn verherrlichende Gedichte, Lieder und Erzählungen füllten die Schulbücher, überall prangten seine Bilder. In meiner kindlichen Perspektive war das Jahr 1953 eher durch Stalins Tod als durch den 17. Juni geprägt. Kurz nach dem Ungarnaufstand 1956 verließ eine meiner älteren Schwestern die DDR nach Hessen und durfte uns fast 20 Jahre nicht mehr besuchen. Dass aus unserem Jahrgang niemand für die Jugendweihe gewonnen werden konnte, war für den Schulleiter eine schwere persönliche Niederlage.

Der Mauerbau verhinderte für mich eine für den 20. August geplante Reise mit der Jungen Gemeinde nach Westberlin. Für ein Gedicht, dass ich zu diesem Anlass geschrieben hatte, interessierte sich 1966 die Stasi, als sie es bei einem anderen Studenten fand. Von da an stand ich in der Aufmerksamkeit dieser Dienststellen.

Für mich war der Prager Frühling die letzte Möglichkeit, die sogenannte sozialistische Gesellschaftsordnung zu retten. Mit dem Sturz Dubceks und Smrkovskys nahm ich alles nur noch als Stationen auf dem Weg zum Bankrott der DDR wahr. Wenn Franz Josef Strauß nicht durch die wiederholten Milliardenkredite das Leben der DDR verlängert hätte, wäre sie schon früher zusammengebrochen. Welche Folgen das zu Zeiten Breschnews heraufbeschworen hätte, mag ich mir nicht vorstellen.

Äußerst distanziert erlebte ich die zunehmende Militarisierung in der DDR. Kritische Bemerkungen dazu führten dann auch im Zusammenhang mit der Einführung des Wehrkundeunterrichts zu meiner Entlassung aus dem Schuldienst und dem Berufsverbot als Lehrer. Schließlich klassifizierte mich die Stasi als potenziellen Staatsfeind, der im Konfliktfall zu internieren wäre.

Warum erzähle ich das? Ich möchte nochmals unterstreichen: Geschichte besteht aus Geschichten. Und Geschichten können ganz unterschiedlich sein.

Die Ausstellung auf der Empore an der Stadtseite dokumentiert die innerdeutsche Grenze.

Wer sie sich anschaut, wird verstehen, warum die häufig gehörten Analogieverweise auf die Grenzbefestigungen zwischen den USA und Mexiko oder zwischen Nord- und Südkorea zurückgewiesen werden müssen. Die Grenze in Deutschland war ein Unikum, das – Gott sei Dank – kein zweites Mal auf der Welt vorkommt.

Ich habe die Grenze kaum direkt erlebt, aber immer wieder als Ärgernis wahrgenommen. Bei einer Rennsteigwanderung stand ich in Ernstthal vor dem Schild „Ende des Rennsteigs". Die weiteren 45 km bis Blankenstein durften nicht existieren. Als Jugendliche verabredeten wir uns – in Analogie zum braven Soldaten Schwejk – als Rentner zu Pfingsten auf der Veste Coburg, dem markantesten Punkt jenseits der Grenze. 1963 war ich im Ernteeinsatz in einem mecklenburgischen Dorf im 500-m-Streifen. Von 18.00 Uhr bis 06.00 Uhr durfte dort das Haus nicht mehr verlassen werden. Als sich ein Pärchen aus unserer Seminargruppe daran nicht hielt, mussten sie die Nacht im Grenzregiment Ludwigslust verbringen und die Hochschule in Leipzig musste das grüne Licht zu ihrer Freilassung geben.

Inzwischen habe ich Sportveranstaltungen über die gesamte Länge des Rennsteigs begleitet. Und vor ein paar Jahren bin ich in den Grenzanlagen des Eichsfeldes und des Werratales gewandert.

Ich bin dankbar für alle Monumente, die nachweisen, zu welcher Pervertierung Eingrenzung und Ausgrenzung führen können. Am dankbarsten bin ich aber dafür, dass das nur noch Monumente sind.

Die Stadthallen GmbH und die Stadt Bad Blankenburg haben sich verdient gemacht, dass sie die beiden Ausstellungen im Jahr 2009 präsentieren und allen Bürgern und Gästen kostenfreien Eintritt gewähren. Den Stiftungen Haus der Geschichte und Aufarbeitung danke ich für die inhaltliche Gestaltung und der Zeitungsgruppe Thüringen für ihre Unterstützung.

Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, danke ich für Ihr Interesse und bitte Sie, die beiden Dokumentationen im größtmöglichen Maße publik zu machen.

 

16. Mai 2009

Freibad - Badesaisoneröffnung

Zum 7. Mal eröffnete die Vorsitzende des "Vereins zur Förderung des Sports, der Jugend- und Altenhilfe und des öffentlichen Gesundheitswesens durch Erhaltung des Freibades Bad Blankenburg/Thüringer Wald e.V." kurz "Freibadverein", Frau Dr. med. Ursula Große, die diesjährige Badesaison.

Sie bedankte sich bei allen Förderern für die geleistete Unterstützung. Mit einem Kulturprogramm zeigten die Bad Blankenburger Kinder aus verschiedenen Einrichtungen ihr Können. Bei Kaffee und Kuchen klang der Nachmittag aus.

Kinder aus dem Fröbelkindergarten in der Bähringstraße

 

Die Schülertanzgruppe

 

Antrag der CDU-Fraktion zum Stand der "Zusätzlichen Entwässerung in der Unteren Marktstraße"

Zur letzten Stadtratssitzung am 06.05.2009 wurde auf Antrag der CDU-Fraktion der Tagesordnungspunkt "Zusätzliche Entwässerung Untere Marktstraße" aufgenommen. Der Leiter des Planungsbüros ZIWA, Herr Zitzmann, erläuterte den Planungsstand. Vorgesehen ist eine zusätzliche Entwässerungsleitung mit einem Durchmesser von 30 cm. Sie soll im Starkregenfall das Oberflächenwasser vom Kreuzungsbereich Untere Marktstraße/Untere Mauergasse direkt in die Rinne führen. Bestandteil der Planung ist auch ein Regeneinlauf am Ende des Zeigerheimer Weges zur Aufnahme des anfallenden Oberflächenwassers von der Hausbergseite. Weiterhin ist in der Planung die Erneuerung des Wassereinlaufes an der Kreuzung Untere Marktstraße/Friedrich-Ebert-Straße, der derzeit stets versandet.

Die vorliegende Kostenberechnung des Planungsbüros beträgt 112.000 €. Im Haushalt der Stadt wurde dafür 60.000 € vorgesehen. Dieser Betrag resultiert aus einer Kostenschätzung vergangener Jahre. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Finanzierungslücke durch Kostenverlagerungen im Haushalt zu schließen.

Zur Stadtratssitzung war eine Vielzahl betroffener Bürger anwesend, die in der Bürgerfragestunde zum wiederholten Mal auf die Dringlichkeit der Realisierung dieser Maßnahme hinwiesen. Bei starken Gewittern steigt der Abwasserpegel und tritt aus den Straßeneinläufen heraus. Durch den erfolgten Kurzschluss der Klärgruben im Jahr 2007 ist eine Fäkalbeimengung zu beobachten.

Die CDU-Fraktion im Stadtrat von Bad Blankenburg steht einstimmig hinter den Forderungen der Bürger. Die Lösung des Problems ist unverzüglich durch die Bereitstellung aller Möglichkeiten herbei zu führen.

Allen Verantwortlichen ist bekannt, dass Abwasserkanalsituation im Umfeld der Rinnebrücke an der Bundesstraße unzureichend ist. Eine Änderung ist extrem kosten- und zeitaufwändig. Deshalb unterstützen wir die Forderung der Bürger für die Herstellung o.g. Zusatzentwässerung.

 Wir können die betroffenen Mitbürger nicht in stetiger Angst um ihr Eigentum leben lassen!

Siehe Wahlprogramm der CDU!

 

 

  25.April 2009
  Altkleidersammlung war sehr erfolgreich
 
  Die Bad Blankenburger Grundschüler wird's freuen: 3670 Kg 
  erbrachte die Altkleidersammlung der CDU-Ortsgruppe, 
  die am vergangenen Wochenende zugunsten des Fördervereins 
  stattfand. Sowohl die Bewohner der Siedlung,  der Altstadt 
  sowie der Ortsteile hatten ihre Schränke und Truhen fleißig 
  entrümpelt und die Sammlung vorbildlich unterstützt.
 
  Dafür gebührt allen Spendern ein herzliches Dankeschön!
 
  Die gute Resonanz in der Bevölkerung brachte den Sammlern 
  Motivation und Spaß an der Arbeit.
  Schon jetzt sei darauf hingewiesen, dass die CDU auch im 
  kommenden Frühjahr eine Altkleidersammlung für eine 
  soziale Einrichtung der Stadt plant.

 

 

     beim Umladen der Sammelware           

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

      Aktion beendet - der LKW ist voll

                      

       Fotos: Thomas Schubert